Werk

Rolf Müller-Landau, den sein Kollege Hans Purrmann als einen schätzte, der "an der Spitze der im modernen Sinne künstlerischen Bestrebungen... stand...", zählt zu den wichtigsten Malern der Nachkriegszeit im Deutschen Südwesten. Er gehörte zu den Gründern der Pfälzischen Sezession, der wohl ersten deutschen Künstlergemeinschaft nach dem Krieg und war bis 1956 ihr Vorsitzender. Weit über die Pfalz hinaus nahm er aktiv am aufblühenden Kunstleben in Deutschland teil. Von Anfang an arbeitete er intensiv an seiner künstlerischen Vorstellung, Farbe und Raum in Einklang zu bringen. Mit elegischen, oft düsteren Bildern unterwarf er sich nicht der nationalsozialistischen Kunstvorstellung. Nach 1945 nahm er die bisher unzugängliche Kunst Frankreichs – vor allem die von Braque, Matisse und Picasso – auf, verarbeitete sie selbstständig und wagte so einen Neuanfang.

 

Zweifellos war er einer der Innovativsten, der aus der Auseinandersetzung mit den Wegbereitern der Modernen Kunst und mit der Kunst seiner Zeit seinen eigenständigen, unverwechselbaren künstlerischen Ausdruck entwickelte. Er malte Stillleben, in denen sich bukolisches Lebensgefühl mit einer dekorativen Bildordnung verbindet und bedeutungsvolle Figurenbilder, deren Stimmung auch in den Titeln enthalten ist, wie Nächtliche Tischgesellschaft, Unruhige Leute oder Dunkler Apoll.

 

Rolf Müller-Landau bedachte malend der Zerstörung einer gerade zusammenge-brochenen Scheinwelt, die Gefahr eines Untergangs im Zeichen der Atombombe, die Hoffnung auf Erneuerung. Der Glaube gab ihm Festigkeit, das heitere Gemüt bestimmte seinen Mut, den Zweifel zu überwinden und eine schwere Krankheit zu ertragen. Die Reise in den Süden Frankreichs vom Rhonetal über die Haute Provence bis zur Cote

d 'Azur ließ die Stimmung seiner Bilder lichter und farbiger werden.

 

Wichtiger Teil seines Werkes sind die Farbschnittmonotypien, eine von ihm entwickelte Drucktechnik, in denen er mit variabeleingesetzten und immer wieder anders eingefärbten Elementen arbeitete. Das gab Rolf Müller-Landau die Freiheit, Kompositionen zu fügen, in denen sich strenge Ordnung mit spielerischer Lust verbindet.

 

Den Höhepunkt erreichte sein künstlerisches Schaffen in den fünfziger Jahren. Es brachte ihm überregionale Anerkennung. Rolf Müller-Landau galt damals als einer der wichtigen deutschen Künstler der Nachkriegszeit.

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© Dr. Albrecht Müller